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Am 18. Mai flattern Fahnen und Zeltfetzen (Fahnentag 2016)

Titelbild

EINSTIGE Zelte, heute eher Laken. Wir warten noch auf den Spender, der kam seit bald einem Jahr nicht mehr. Wir würden uns ob eines zusätzlichen Spenders freuen, denn täglich halten wir Schule unter Löchern. Trotzdem ist die Stimmung der Kinder super!

Am 18. Mai ist „Fahnentag“, ein alter Brauch in neuem Kleid. Wie über jeder Schule des Landes flattert die Haiti-Fahne in frischem Wind, wenig daneben hängt etwas schlaff das Schweizer Kreuz. Im Wohnquartier flattern Fahnen inmitten übervölkerter Zelte und Hütten.

Flatternde Fahnen und bunte Zelte sind Lebnszeichen; sogar Überlebenszeichen. Die Haiti- flattert neben der Schweizer Fahne über dem Schulzelt, Stampfer, Klatscher und Lieder klingen, die Fahne wird gefeiert!

Aber auch ohne Fahnentag wird sie täglich vor jeder Schule des Landes zu Schulbeginn in einem stimmungsvollen Zeremoniell gehisst, mit Gebet und Mastersvoice, ein erhebender Augenblick.

Übrigens sieht man auf dem letzten Bild ganz oben auf der Kreta Melissas Haus, wo ich mit wohne (mit andern 10 Leuten) seit dem grossen Schreckensbeben. Ich nenne es ironisch „Bergburg“ …

Täglicher Fahnengruss Schulh. 1

 Fahnengrus Schulh. 2. Die Löcher sind riesig

 Pause unter Löchern

   Und so tönt es am Fahnentag innen

Der Fahnentag ist ein riesiges Fest für Gross und Klein. Papierfähnchen werden geschwungen, die Stimmung ist bombig. Singt alle mit!“ Dass die Stimmung bleibt!

Am Schluss geht es die öffentliche Strasse bergab. Pauke und Papierfähnchen kommen mit und sorgen für die Begleitung; Melissa führt mich im Auto mit.

Lebens- und Überlebenszeichen, die Kinder lernen, spielen, machen Pause und sind fröhlich und glücklich.

Besonders wenn Mannas verteilt werden. Laut Bibel fallen die den Hungernden ja aus dem Himmel vor die Füsse. Ob das realistisch oder symbolisch gemeint ist, spielt keine Rolle. Hauptsache es gibt zu essen.

Bei uns kommen die Mannas aus dem Käfig auf dem Dach, da müssen sie geholt und unten paketweise vorbereitet werden, das tun die „guten Geister“. Natürlich nicht in jedem Schulhaus; die Kinder von Schulhaus 1 müssen heraufsteigen auf die Terrasse von Schulhaus 2, wo die Mannapacks bereits bereit liegen  .

Jedes Kind erhält seine Ration und versorgt die in Plastiksäckli zum Heimtragen. Das Kochen und Verzehren ist dann Heimarbeit.

Die Franzosen schleppten vor Jahrhunderten einen Brauch nach Haiti ein, der richtig einschlug. Er hat sich vom militärischen Ursprung zum konzertanten Musizieren und zum Gaudi Nr. 1 in Schulen entwickelt. Kaum ein einziges Kind fehlt in der freiwilligen Gruppe, die vor allem nach Schulschluss Ordnung und Gemeinsamkeit durch diszipliniertes Geschrei und Gestampf einübt, eine Art Turnen, Sport, Tanz oder sonstwas?

Der Brauch, auf den lange geübt und der besonders am Fahnentag ausgeübt wird, wird von den Majoretten zelebriert, Kennen lernen von Richtungen, Tänze, aus unbändigem Gestampf und Geklatsche, feinfühlige Sprechchöre und Spielen mit Tönen machen, die dazwischen fast militärisch anmuten und die eine ganz hohe Attrakion erreichen.

 Majoretten 1A

Majoretten 1B Montagnes Noires

Majoretten 2

Majoretten 3

Majoretten 4

Majoretten 5

Majoretten sind vielseitig (Kamera Fritz)

Majoretten und Majörchen (Kamera Fritz)

 Rede der Lehrerin Laika

 Higgins Majorettes

 Trinkwasser für 400

Die Schule beginnt. Zum Schluss in Bild und Ton, die Stimmung könnte nicht ausgelassener sein – nicht zu glauben, dass das in Haiti ist! Wenigstens bei uns in der ESMONO. Dank Dir und Eurer Spenden, mach mit dass es so bleibt!

Melissea ist die Beste (herzliche Begrüssung der Schulleiterin):

Fahnentag 2016 Raus auf die Strasse (Kamera Fritz 0) 

 Schulhaustreppe

Formatierung einmal anders

Abschiedsständchen der „Dorfmusik“

WEG vom Schulhaus (Kamera Fritz 2)

De „Wald“-ab stadt- (und problem-)wärts (Kamera Fritz 3)

Das ESMON)-Plakat ist die beste Werbung fü unsere Schule (Kamera Fritz 6)

 Prozession über die Route des Montagnes Noires (Kamera Fritz 7)

Verfolgung (Kamera Fritz 8)

Riesen-Gaudi, noch nie erlebt (Kamera Fritz 9)

Am Rande der Stadt (Kamera Fritz  10)

Es blockt. Nicht die Stimmug! (Kamera Fritz 11)

ESMONO taucht ab in die Autos (Kamera Fritz 12)

Zurück in die Schule

Fahnenfest bei Schulschluss

Für dieses Jahr ist der Fahnentag bei der ESMONO vorbei, Unsere Kinder waren alle einstige Strassenkinder aus ärmlichsten Verhältnissen, ohne oder mit mittellosen Eltern. Entsprechend sind Unterricht, Schulbücher, Uniiformen, Trinkwasser und manchmal sogar Essenszuschüsse gratis. Wir haben grosse und dringende Projekte; bei gleich bleibendem Zustand der Schule könnten schon im September keine neuen Kinder mehr aufgenommen, keine neue 1. Klasse mehr gebildet werden, der Platz ist völlig erschöpft. Wir bitten alle dringend um Spenden, die Einzahlungsadressen stehen unten. Ganz vielen Dank!

Am 18. Mai war Fahnentag (2015)

Und wie die Kinder lesen lernten …

Pro-Esmono

Doch Lesen und Schreiben allein genügt nicht zum Überleben. Dazu nächstesmal mehr.

Ein Leser schreibt: „Ihre Berichte sind wohl die einzigen aktuellen sowie glaubwürdigen überhaupt, welche zur Zeit zu bekommen sind. Herzlichen Dank dafür!

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Lehrerlöhne, Schulbücher und Verpflegung sind bis Jahresende gesichert. Wir erwarten aber gerade ZWEI riesige und dringende Investitionen. Laut Architekt/Ingenieur braucht Schulhaus 1 dingende Verstärkungs-Bauten zur Erbebensicherheit, und  Schulhaus 2 bedarf ebenso dringend einer Oberetage mit Treppe, Toilette und Schulzimmer, da bereits ab Herbst eine Klasse herauswächst und wir keinen Schulraum mehr haben. Schon die Schule im Zelt hat uns die Ausweitung auf 400 Schüler ermöglicht; sie soll weiter gehen. Alle Spenden werden ab sofort für die beiden Projekte gesammelt; wir bitten um weitere (Steuerabzug!!!). 

SOGEBANK Haiti Kto. 17-1103-863-6, oder

Pro Esmono, Zürcher Kantonalbank Kto.1100-05239615, IBAN CH52 0070 0110 0052 3961 5, SWIZKBKCHZZ80A. Danke!

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