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Elena Mayorova: Wo findet man Glück im Hohen Alter?

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Mein 84. nicht wie vorgeshen am 17., sondern am 20. Dez. 18.00 auf der ESMONO-Schulterrasse Lacou-mango ob Pétion-Ville,Haiti, alle Freunde sind herzlich eingeladen.

ESMONO, Gratis-Strassenkinderschule in Haiti

Hier lernen Kinder und Erwachsene Lesen und Schreiben und Vieles mehr, was es noch braucht. Vor allem Leben. Denn Otti macht etwas Rechtes, tröpfelt auf den heissen Stein! Seine AHV „genügt“ vorerst, für weitere Hilfe ist er jedoch dankbar.

https://vimeo.com/194870231 Titelbild

https://vimeo.com/194873368 Hüpfen gibt keinen Strom, aber Energie

https://vimeo.com/194855387 Pause mit Essen

https://www.youtube.com/watch?v=4plsgfcJLVM Fremdfilm (engl.)

 

Ottis Ehefrau ist auch Haitianerin

Rosi hat aber einen anderen Weg gewählt: Rotkreuzkurs für Altenhilfe, sie hilft den Alten in der Schweiz, in einem Spital. Überbleibsel aus dem Steinhaufen in Gressier.  

                                                        Elena Mayorova schreibt:

Was bedeutet Lebensqualität im Alter?

Im November 2015 habe ich in Zürich einen 83jährigen Mann kennen gelernt (Otto Hegnauer aus Zug/CH). Er lebt auf Haii, stammt aber ursprünglich aus der Schweiz. Er unternahm damals eine romantische Reise mit einer Haitianerin nach Venedig und Paris. Er kann nicht mehr gut gehen, braucht Hilfe, ist aber positiv eingestellt und erzählt viel über seine Leidenschaft und den Sinn des Lebens – eine Schule aus Haiti mit heute 400 Kindern. Nach dem Erdbeben auf Haiti konnte er überleben, hat alles Materielle verloren. geniesst aber das Leben trotzdem. Und baut eine neue Zukunft für haitianische Kinder auf. Das kann man als Lebensqualität im höheren Alter definieren. Mindestens eine Facette davon. Für jemanden anderen könnte solch ein Leben aber unvorstellbar sein. Die Strategien „to be well“ und „to be happy“ haben verschiedene Szenarien, beinhalten aber ähnliche Komponenten. Die meisten Definitionen beschreiben Lebensqualität aber als Kombination aus objektiven Lebensbedingungen und subjektivem Wohlbefinden. Zu den objektiven Lebensbedingungen gehören Ressourcen wie Einkommen, intakte Umwelt, Gesundheitssystem, Zugang zu Bildung sowie die Freiheit, aus diesen Ressourcen den eigenen Lebensstil frei wählen zu können. So hat sich der 83jährige Mann frei entschlossen, nach Haiti zu gehen und seine AHV-Pension für eine Schule abzugeben. Dazu behauptet er, dort sei glücklicher.                                                                                                          

Das hohe Alter ist a priori sehr verletzlich in bezug auf Lebensqualität. Wir können aber über Trajektorien der Lebensqualität sprechen und versuchen, sie zu definieren. Die Begriffe „Alter“ und „Altern“ betreffen alle Lebensbereiche. Die Wege, damit umzugehen, sind relativ unterschiedlich, führen doch zur Äquivalenz – „alle Wege führen nach Rom“, oder zum Tod. Doch will niemand alt werden. [ausser mir, wenn auch aus Freude an der Schule – Lieder und Klänge dringen täglich zu mir herauf, ich sehe direkt auf die Schulhäuser hinunter, und meine AHV ist die einzige sichere Einnahmequelle der Schule]. Die Grenzen des Alterns verschieben sich, es wird oft plakativ erwünscht, dass sie ganz verschwinden. In den Medien sehen wir immer mehr Zukunftsvisionen und Offenbarungen über nicht „veraltete“, „reparierte“, zufriedene und lang (oder fast ewig) lebende Menschen. Ist es möglich?   Gibt es Konsequenzen? Sind unsere Bestrebungen relevant für die Wissenschaft? Und welche Faktoren sind tatsächlich für das höhere Alter heute wichtig? Mit der Langlebigkeit und Änderung der Charakteristik älterer Menschen entfaltet sich ein positives Image des Alterns.

Wann bin ich alt?

In der Altersforschung unterscheidet man das „dritte“ und das „vierte“ Alter bezw. „junge alte“ und „ältere alte“ Menschen. Das dritte Alter begann noch vor 10 Jahren mit dem 60. Lebensjahr [Balters P. Das hohe Alter. Fundiert: Alter und Altern 01/2004, jetzt eher mit dem 65. Lebensjahr]. Es wird auch das optimale Alter für die Rente aus wirtschaftlichen Gründen neu diskutiert [Meyer, M. & Mayorova, E. 2014, Kognitive Reserve Lernen im Alter. Wirtschftspychologie aktuell, 3/2014, 50-53], weil ältere Menschen länger psychisch und physisch aktiv bleiben. Das vierte beginnt mit dem chronologischen Alter, zu dem die Hälfte der ursprünglichen „Geburts-Kohorte“ nicht mehr lebt, heute noch mit etwa 80 Jahren. In diesem Alter ist ein Rückgang der kognitiven Fähigkeiten häufig. Das könnte sich aber mit der Forschung ändern; die Plastizität und das Potenzial des Alters können dann auch im vierten Alter vermehrt zum Tragen kommen.

Die Bevölkerung auf Sardinien ist nicht nur als langlebig, sondern auch als sehr zufrieden bekannt. Die älteren Menschen pflegen dort einen aktiven Lebensstil und sind in das soziale Leben ihres Dorfes involviert. Dieses Ergebnis liefert eine positive Botschaft: mit dem Alter kann die Lebenszufriedenheit steigen. Sollen wir dafür auf Sardinien leben? [„geographischer“ Einfluss?] Die relative Kontinuität der Lebensqualität im höheren Alter wird mit dem sogenannten „satisfaction paradox“ oder „response shift“ assoziiert. Die Theorien besagen, dass das subjektive Wohlbefinden mit dem Altern stabil bleibt oder sogar ansteigt, mindestens in Relation zu den objektiven Lebensumständen.

Macht diese Erkenntnis das tatsächliche Alter attraktiver? Mit der Zeit wird es immer schwieriger zu sagen, wann jemand tatsächlich alt ist.

Frau und Mann im höheren Alter

Der Unterschied in der reproduktiven Lebenserwartung scheint ungerecht gegenüber Frauen zu sein. Die Studien berichten auch dazu über relativ niedrigeres Wohlbefinden   bei älteren Frauen als bei älteren Männern, was wahrscheinlich einen differenzierten Zugang und geschlechtsspezifische Modelle zum Definieren von Lebensqualität [Gaymu, J. and Springer, S. Living conditions and life satisfaction of older Europeans living alone: a gender and cross-country analysis, Ageing & Society 2010 30, 7, 1153-75]. Spezifische Faktoren prägen das Wohlbefinden braucht im Alter bei Frau und Mann. Bei Frauen sind, unter anderem, soziale Beziehungen signifikant relevanter als bei Männern [Bourque, P., Gold, D., Bonneille, L. & Beland F. Contextual effects on Life satisfaction of older men and women. Canadian Journal on Aging 2005 24, 1, 31-44]. Betrachten wir ein konkretes Beispiel in einem Land, in der Schweiz. Was passiert hier mit Frauen und Männern im Alter?

Schweizer Szenario

Die Schweiz landete 2015 auf dem dritten Platz im World Economic Forum Human Capital Index [http://www3.weforum.org/docs/WEF_Human_Capital_Report_2015.pdf] (Haiti wurde übrigens überhaupt nicht ins Ranking eingeschlossen). Laut dem OECD Better Life Index hat die Schweiz überdurchschnittliche Werte in fast allen Bereichen des Lebens. Die Lebenserwartung in der Schweiz ist 83 Jahre, drei Jahre mehr als im Durchschnitt laut OECD Index. Für die Frauen ist diese Zahl 85, für die Männer 81 Jahre. 96% der Menschen sind mit der Wasserqualität in der Schweiz zufrieden. Generell sind die Menschen hier mit ihrem Leben zufriedener als im OECD-Durchschnitt. Schweizer haben den durchschnittlichen Wert 7,5 auf einer Skala von 0-10. Im OECD-Durchschnitt liegt dieser Wert bei 6,6 [http://www.oecdbetterlifeindex.org/countries/switzerland/].

Es scheint tatsächlich, dass die Schweiz in Richtung zum Paradies zielstrebig voranschreitet. Die für di Schweiz charakteristische Zielstrebigkeit bezeichnet Hofstede als Maskuliniität [http://geert-hofstede.com/switzerland.html]. Sehr maskuline Kulturen erwarten von Menschen Stärke, Leistung, Erfolg und Bestimmtheit. Im Gegensatz dazu sind in femininen Kulturkreisen eine Ausgewohenheit zwischen Arbeits- und Privatleben, Kooperationsbereitschaft und Bescheidenheit typische Merkmals [http://www.interkulturelles-management.com/nationale-kultur/kulturdimension/hofstede.html; statt der Seite kommt ein Hinweis „Hier entsteht die Domain https://www.wissenstankstelle.com„].                          

Gesellschaften wie die Slowakei, Japan, Ungarn, Oesterreich, Deutschschweiz, Venezuela und Italien sind sehr maskuline Länder nach Definition von Hofstede. Alle englischsprachigen Länder wie Irland, Jamaika, Grossbritannien, Südafrika, USA, Australien und Neuseeland sind im oberen Drittel zu finden. Die skandinavischen Länder und die Niederlande sind die am meisten feminin geprägten Gesellschaften, gefolgt von lateinamerikanischen und osteuropäischen Ländern sowie Nationen aus dem Osten Afrikas [Geert Hofstede, Geert Jan Hofstede, Michael Minkov, Cultures and Organizations: Software of the Mind, 3rd Edition, McGraw-Hill USA 2010]. Die Theorie von Hofstede dokumentiert, dass der Maskulinitätsindexwert in keinerlei Beziehung zu der wirtschaftlichen Entwicklung resp. dem Wohlstand eines Landes steht und dass feminine Ziele nichts mit Kollektivismus zu tun haben.

Die Schweiz zeigt den Wert 70 in Maskulinität [http://geert-hofstede.com/switzerlad.html NOTFOUND] Mit Haiti können wir leider nicht vergleichen, weil Haiti in dieses Rating nicht eingetragen ist. Wir können nur feststellen, dass dies ein sehr hoher Wert ist; es gibt Länder mit dem Wert 27, z.B. Ukraine. Die Rolle „die Besten zu sein“ können auch die Frauen in den sogenannten „maskulinen“ Gesellschaften übernehmen, was einen unterschiedlichen Einfluss auf das Wohlbefinden und die Zufriedenheit von Frauen und Männern ausüben könnte.

Frauen: Geld macht glückliches Leben

Die Studie von Burton-Jeangros und Zimmermann-Sloutskis [Burton-Jeangros, C. & Zimmermann-Sloutskis, D. Life satisfaction trajectories of elderly women living in Switzerland: an age-period-cohort analysis. 2015 Ageing and Society, 1-27] untersuchte das Wohlbefinden der Frauen in der Schweiz mit Längsschnittdaten des Swiss Household Panel [www.swisspanel.ch]. Die Forscher haben zwei Altersgruppen verglichen: „junge Alte“ und „ältere Alte“ von 75-84 Jahren. Die Zahl der untersuchten Frauen zwischen 1999 und 2010 war 15’507. Determinanten wie hohe Ausbildung, hohe soziale Unterstützung und sozio-ökonomische Ressourcen, bessere soziale Integration (Leben mit dem Partner) und gute selbstwahrgenommene Gesundheit haben die Autoren mit der Lebenszufriedenheit assoziiert. Tatsächlich, wie die Studie gezeigt hat, erhöhen diese Faktoren die Wahrscheinlichkeit der Lebenszufriedenheit auf 0.5-1 Mal und hohe Zufriedenheit mit dem Einkommen sogar auf drei Mal. Die Ergebnisse zeigen, dass „ältere alte“ (75-84 Jahre) Frauen (geboren zwischen 1916 und 1925) etwas zufriedener (8.3 +/-1.7) als die nachkommende Kohorte (1926-1935) (8.1 +/-1.7) und als „junge alte“ (65—74) (8.2 +/-1.6) sind. Die Trajektorie der Lebenszufriedenheit war in beiden Gruppen parallel. Es sind aber zwei spezifische Befunde bemerkenswert. Die „jungen Alten“ (65-74) zeigen die am schnellsten abfallende Trajektorie, besonders die Frauen, die eine niedrigere Ausbildung haben, die mit ihrem Einkommen nicht zufrieden sind, die wenig soziale Unterstützung haben und die alleine leben. Die „älteren alten“ (75-84 Jahre) Frauen – auch mit geringen Ressourcen – berichteten im Gegensatz dazu eine Verbesserung der Lebenszufriedenheit über die Jahre. Das bedeutet, das Altern bei den Frauen ist nicht unweigerlich mit dem Abfallen der Lebenszufriedenheit assoziiert, sogar wenn sie nur über begrenzte Ressourcen verfügen. Es gibt wahrscheinlich irgendwelche andere Faktoren neben den sozio-ökonomischen, die das Leben im Alter für Frauen subjektiv positiver gestalten. Es findet in diesem Alter eine neue Anpassung an die Altersveränderungen statt.

Männer: „I can’t get no satisfaction“. Heimliche Wünsche erfüllen sich unheimlich selten

Ein sogenannter „Alterseffekt“ betrifft die Zufriedenheit auch bei Männern, was wir am Beispiel der Sexualität betrachten können. Die hormonellen Veränderungen sind beim Mann nach dem 45. Lebensjahr beobachtbar, auch wenn sie nicht so abrupt und eindeutig wie bei der Frau verlaufen. Interessanterweise hat aber das Alter praktisch keinen Einfluss auf die Sexualität und Zufriedenheit bei Männern. Studien zeigen, dass nur die Partnerschaftsdauer bis zum 60. Altersjahr das sexuelle Interesse und die sexuelle Aktivität vermindert [Hornung, R., Buddeberg, C. Sexualität im Wandel 2004   Hochschulverlag an der ETH Zürich]. Die Menschen mit kürzerer Partnerschaftsdauer, aber gleichem Alter (auch 75+), weisen ein grösseres sexuelles Interesse und mehr sexuelle Aktivitäten auf als Menschen in Partnerschaften, die länger als fünf Jahre dauern. Und was passiert dann im höheren Alter? Eine Studie mit 628 Männern zeigt: Im Alter von 65-69 sind 20,9%, im Alter von 70-74 14,1% und im Alter von 75+ Jahren immer fähig, eine Erektion zu erhalten und aufrechtzuerhalten, um Geschlechtsverkehr zu haben. Es ist dann doch sehr individuell und unterschiedlich. Die Sexualität kann auch im höheren Alter in einer Aktivität oder Kunst sublimiert werden. Henri Matisse hat in seinen letzten Jahren die bedeutendste Periode seiner Malerei erlebt – die Periode der Beschränkung auf das Wesentliche (1940-1954). Mit 83 Jahren, als er schon krank war, schuf der Maler eine Serie von etwa zwölf Gouache-Schnitten – Blauer Akt (Nu blue) – sitzende oder stehende nackte weibliche Figuren, die skulpturale und erotische Wirkung haben. Henri Matisse ist nicht der einzige, der im Alter ispirierende Werke hinterlassen hat. Die Maler Pablo Picasso, Davis Hockney u.a. sind hervorragende Beispiele dazu.

Eine gute finanzielle Situation ist in der Schweiz häufig, im Unterschied zu Ländern wie Haiti, wo fast alle Älteren in Armut leben, und wo man anderseits mit einam bescheidenen Einkommen aus der Schweiz ein anständiges Leben führen oder sogar eine Schule finanzieren kann. Das zeigt grosse kulturelle und sozioökonomische Unterschiede.

Kulturelle Unterschiede im Wohlbefinden

In der Literartur unterscheidet man drei Aspekte des Wohlbefindens: Lebenszufriedenheit (evaluatives Wohlbefinden, kognitive Bewertungen des eigenen Lebens), hedonistisches Wohlbefinden (Glücksgefühle, Traurigkeit, Stress, Schmerzen) und eudaimonisches Wohlbefinden (Vorhandensein eines Sinnes des Lebens). 

Im Gallup World Poll [http://www.well-beingindex.com] wurden mehr als 160 Länder auf Wohlbefinden untersucht. Die Analyse 2015 [Stepnoe, A., Deaton, A. Subjective wellbeing, health, and ageing. 2015 Vol 385 www.thelancet.com] zeigt die U-förmige Korrelation zwischen Lebenszufriedenheit und Alter in englisch sprechenden Ländern, mit niedrigem Niveau des Wohlbefindens im Alter von 45-54 Jahren. Dieses Modell ist jedoch nicht universell. So berichtet die Studie eine grosse progressive Reduktion im Wohlbefinden mit dem Altern bei den Personen in der damaligen Sowjetunion und in Osteuropa. Menschen in Lateinamerika zeigen auch diese Reduktion mit dem Altern, während sich das Wohlbefinden in Afrika südlich der Sahara durch die Lebensspanne relativ wenig ändert. Veenhofen [Veenhofen, R. Greater happiness for a greater number. Did the promise of enlightenment come true? http://link.springer.com/article/10.1007//s11205-015-1128-x] schlägt einen Verbundindikator vor, um das Glück von Nationen zu vergleichen: Happy Life Expectancy oder Erwartung an glücklichen Lebensjahren. Dafür nutzt er den World Value Survey, bei dem die BürgerInnen auf einer Skala von 1-10 einschätzen, wie glücklich sie sind. Der Durchschnitt wird umgewandelt in Werte zwischen 0 und 1 und dann mit der durchschnittlichen Lebenserwartung multipliziert. Die Schweiz hat zur Zeit die höchste „glückliche Lebenserwartung“ mit 63 Jahren. Das Schlusslicht ist Moldawien mit 20,5 Jahren.

Laut mehreren Prognosen und Einschätzungen findet man das Glück im Alter nicht auf der Insel Haiti, und doch haben wir mit Herrn Hegnauer ein prächtiges Beispiel dafür. Das Vorhandensein eines Lebenssinns, eigene Nützlichkeit und in diesem Fall wahrscheinlich hedonistisches Erleben der Einfachheit des Lebens schaffen positive Emotionen, die den Platz für das Glück schaffen.

[Hegnauer fügt an: Ich danke Frau Mayorova und allen Anderen für Hilfe und Unterstützung! Bitte vergesst auch weiterhin unsere Schule nicht (www.esmono.ch).

Nachwort:

Man kann nicht einfach von „Haiti“ oder von einem Land oder einer Gegend sprechen. Das wären Vorurteile. Mir scheint wichtig, auch in Haiti zwischen Bevölkerungs- und andern Gruppen zu unterscheiden.

Zum Beispiel in den gebirgigen Gegenden am Rande der Dreimillionenstadt Port-au-Prince leben ganz andere Menschen als unten in der Stadt oder in Pétion-Ville, dem nächsten Vorort, wo all die Botschaften liegen, die Funktionäre der Stiftungen wohnen, die Grossfirmen sitzen und gute Arbeitsmöglichkeiten und Schulen bestehen, entsprechend kostenpflichtig.

Einige km weiter oben sind die Menschen unentwickelt, ungebildet, unsere Schule besteht seit 6 Jahren und hat 400 Strassenkinder und ungezählte erwachsene ABC-Schützen, welche gratis unterrichtet werden. Ihre Eltern sind Analphabeten und haben keine Arbeit, es gibt auch keine. Die Wenigen die Arbeit haben und etwas Geld verdienen, leisten sich ein Motorrad und fahren täglich hinunter zur Arbeit, meistens nach Pétion-Ville. Ein Ranking wäre sinnlos und würde völlig andere Daten liefern als bei Gebildeten. Man muss die Zahlen verstehen und wissen, was eine Statistik ist.

Der Satz „Doch will niemand alt werden“ (S.2) stimmt keineswegs. Ich WILL!

„Mit dem Alter kann die Lebenszufriedenheit steigen“ (S.3) stimmt bei mir, aus altruistischen Gründen. Und meine AHV ist die Existenzgrundlage unserer Schule, und solange die läuft, solange gibt es eine Sicherheit für die 400 Kinder und einiges Personal. Deshalb lebe ich glücklich, lebensfreudig und so lange wie möglich!

Melissa die Direktorin unserer Schule ist Haitianerin, erst 49jährig. Sie hat die gleichen Voraussetzungen und wird sie auch im Alter behalten, wenn die Ressourcen bleiben. Tausende von Leuten mit ihr, andere verstehen das nicht.

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 Lesen und Schreiben ist immer noch besser, das lernen die Kinder wenigstens richtig!  

Pro-Esmono

Doch Lesen und Schreiben allein genügt nicht zum Überleben. Seit 2010. Hilfst Du mit?

Ein Leser schreibt: „Ihre Berichte sind wohl die einzigen aktuellen sowie glaubwürdigen überhaupt, welche zur Zeit zu bekommen sind. Herzlichen Dank dafür!“

Ein anderer Leser: „Ich finde den Otto Hegnauer seit Jahren eine Wucht… beeindruckend!“

Und Otti kontert: Die Wucht sind die haitischen Mitarbeiter. Und eben das Zauberwort: Motivation!

Gerontologieblog der Universität und Stadt Zürich

Rückspiegel

 

Hilfe an SOGEBANK Haiti Kto. 17-1103-863-6, oder

Pro Esmono, Zürcher Kantonalbank Kto.1100-05239615, IBAN CH52 0070 0110 0052 3961 5, SWIZKBKCHZZ80A.

Bitte für Katastrophenhilfe Beiwort DIREKTHILFE. Danke!

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