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Rückblick auf 2018

Rückblick auf 2018

… aus der Sicht der Haïtianischen Politik

2018 war das Jahr der Aufbruchstimmung gegen Korruption, Straffreiheit und dem Bandenwesen. So positiv das tönt, so folgenschwer war das für die Bevölkerung. Demonstrationen verunmöglichten zeitweise das Verlassen des Hauses, um einzukaufen, was auch im Quartier der ESMONO phasenweise zu Hungersnöten führte. Kam dazu, dass  sich die Armut enorm verstärkte und sich die haitianische Gourde kontinuierlich von 64 auf 76 Gourdes/USD/CHF entwertete; in unseren Medien wurden die Benzinpreiserhöhungen von bis zu 50% vom 6. Juli erwähnt. (https://www.nzz.ch/international/mehrere-tote-bei-protesten-gegen-benzinpreiserhoehung-in-haiti-ld.1401751 // https://www.sueddeutsche.de/news/politik/demonstrationen-tote-bei-protesten-gegen-benzinpreiserhoehung-in-haiti-dpa.urn-newsml-dpa-com-20090101-180708-99-60305  // https://www.tagesschau.de/ausland/haiti-benzinpreise-proteste-101.html

Die politische Situation bleibt instabil und unsicher, Menschen werden nach wie vor umgebracht.  Infos zur Petro-Karibe-Revolution (https://de.wikipedia.org/wiki/Petrocaribe ) und der aktuellen Regierung können im Jahresbericht der Stiftung „Hand in Hand“ nachgelesen werden.

Grosse, zerstörerische Wirbelstürme blieben 2018 aus. Unerwartet war ein Erbeben der Stärke 6.1 auf der Richterskala am Abend des 6. Oktobers im Nordwesten der Insel.

… aus der Sicht der ESMONO

Das Jahr 2018 hat Höhen und Tiefen gebracht. Jahrein jahraus kommen immer wieder Schülerinnen und Schüler mittelloser Eltern ohne Schulmaterial in die Schule, täglich, vor allem Bücher fehlen. Schwierig für die Kinder, so effizient zu arbeiten und das Beste zu geben beim Lernen; die Eltern sind zu arm, um ihren Kindern die Lehrmittel zu beschaffen, Priorität hat das Überleben.  Wo möglich, unterstützen wir die bedürftigen Kinder mit Schulmaterial, aber auch unsere Mittel sind bescheiden.

Aktuell bilden wir 268 Schülerinnen und Schüler auf der Primarstufe (bis 6. Schuljahr) aus; sieben Lehrpersonen mit akademischer Bildung unterrichten sie. Unterrichtet wird neben den üblichen Fächern auch Englisch, Informatik und Sport, mit dabei auch eine Person, die nebst dem Hauswart anwesend ist, mithilft und schaut, dass Ordnung herrscht und nicht geklaut wird.

Auf der Vorschulstufe, dem Kindergarten werden 168 Kinder unterrichtet; 5 Kindergärtnerinnen, 2 Hausfrauen eine Sekretärin arbeiten mit ihnen. Die Schule wird von einem pädagogischen Direktor und einer Schulleiterin geführt.

Erfolg zeigt die Schule insofern, als dass wir immer wieder sehen dürfen, dass unsere Anstrengungen und unser Einsatz für ESMONO nicht vergebliche Mühe sind. Wir haben bereits viele Schülerinnen und Schüler, die die Oberstufe  an anderen Schulen absolviert haben (Es gibt sogar ehemalige Absolventen der ESMONO an höheren Schulstufen). Wir erhalten immer wieder Komplimente für das Wissen und die schulische Kompetenz dieser Schüler. Das ist aussergewöhnlich! All das wurde ermöglicht dank eines dynamischen und motivierten Lehrkörpers.

Und dass die ESMONO läuft, ist euch allen Spenderinnen und Spendern zu verdanken. Die Existenz der ESMONO wäre kaum gewährleistet ohne euch. Alles, was die Schule heute ist, ist sie dank eurem bedingungslosen und unermesslichen Support. Wir wünschen euch ein langes Leben und dass auch ihr immer Unterstützung erhält, wo ihr sie braucht.

Das Leben in Haiti ist schwierig geworden. Ein Angestellter wird nicht motiviert bleiben können ohne Entgelt; wie das Sprichwort besagt:“Der Angestellte, der seine Arbeit macht, verdient seinen Lohn.“ In diesem Sinn ist es immer edel, an die ESMONO und ihr Weiterbestehen zu denken. Seid reich gesegnet, unsere Freunde.

Für 2019 ist unser grösster Wunsch, unseren Schülerinnen und Schülern noch eine bessere und passendere Bildung anzubieten und unsere Angestellten rechtzeitig entlöhnen zu können. Womöglich wäre uns auch noch ein zusätzliches und grösseres Gebäude sehr nützlich, um den Unterricht auch auf der Oberstufe weiter führen zu können. Dies fordert eigentlich der Haitianische Staat, es ist aber auch unser eigener Wunsch und jener der Eltern. Leider fehlen uns dazu die Mittel und der Platz. (SL ESMONO)

… aus der Sicht von Otto Hegnauer

ESMONO-Gründer Otto Hegnauer, im 87. Altersjahr stehend, lebt mit seiner Familie am Walensee. Im Herbst hat er ein neues Hüftgelenk erhalten und sich sehr rasch erholt. Er fühlt sich besser als vor der OP und kann seine täglichen Spaziergänge wieder absolvieren. Er ist zufrieden und fragt immer wieder nach dem Ergehen der  ESMONO.

… aus der Sicht der Spenden

Nach wie vor hängen die Lehrerlöhne an einer einzigen grossen Spende. Fällt die aus, wird die Schule über kurz oder lang aufgeben müssen. Wir sind also äusserst dankbar um jede kleine Spende oder finanziellen Zustupf aus Aktionen diverser Anlässe wie z.B. „Betrunken Gutes tun“ (https://www.idealizer.ch/seo-charity-event/) oder dem Erlös aus dem Verkauf von Rückbauteilen einer grossen, ökologisch gebauten Villa (Jg.1982). Den Ideen von Sammlungsaktionen sind keine Grenzen gesetzt. 🙂

Die ESMONOianer sind glücklich und dankbar über jede einzelne Spende. Nur dank Bildung ist es möglich, eine Perspektive in diesem Land zu haben.

Herzlichen Danke allen Spenderinnen und Spendern!

-> Wer sich für die Haïti-Presse interessiert, findet viel Stoff unter diesen beiden Portalen. Haïti Médias und Haïti-PROGRES.

-> Wer entdecken will, wie Radiomachen in Haïti tönt, dem sei die tolle App radio garden empfohlen!

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