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„Todfröhlich“ – Slums in den Steilen

..OttosAbstieg

Altes Bild, aber immer wieder neu: der Schulweg wurde nicht besser. Im Gegenteil. Von Bauplanung haben die Banausen noch nie etwas gehört. Direkt vor unserem Haus, der völlig übersiedelten „Bergburg“, werden Mauern mitten über den Schulweg errichtet. Hunderte von Kindern müssen sich an Gräben, später an Mauern vorbeizwängen, fast täglich geschehen Unfälle. Ein Arbeiter half hier den Knirpsen über die Gräben. Aus denen werden Mauern. Wie es dann ausschaut, werden wir sehen. Zum Glück sind jetzt Ferien.

„Banausen“ wurden im alten Griechenland ungebildete Handwerker genannt, die ihren Lebensunterhalt durch körperliche Arbeit verdienen mussten. Das ist hier heute noch so. Da liegt der einzige Vorteil dieser „Bauweise“: auch Banausen finden Arbeit … Als Träger, Schaufler, „Maurer“ und Maurer, sie haben noch lange Hochkonjunktur. Mit Mauern, die den Weg verperren. Und die Zukunft.

Schulweg

Es fehlt eine Regierung, ein Präsident, eine Bauplanung, eine Planung überhaupt. Die letzten Meter werden überbaut, häufig mit Plattformen auf Pfeilern, für Erdbebensicherheit oder Hochhäuser reicht es selten.

Es fehlen Strassen, Verkehrsmittel. Und wo es die gibt (weiter unten), erstickt man im Stau.

unterirdisch

Unsere Nachbarn im Osten. Man sagt, die Villa ganz oben hätte eine unterirdische Zufahrt, die nachts beleuchteten Säle und Räume unter tropischen Ziergärten sieht man von uns aus. Im Umland sind Häuser und Slums abgerissen, das Gelände grossräumig ummauert, der Bonze (angeblich ein Schweizer) will die Bidonvilles nicht sehen, von denen sind schon zahlreiche abgerissen. Nachts hört man dort häufig Schüsse. Fast begreiflich. 

Er hat scheints benachbarte Hügel samt neuen Betonhäusern gekauft, die er angeblich auch abreissen will, um „prächtige-verlogene Aussicht“ zu geniessen. Die Wahrheit rundum sieht anders aus:

Slums

Alles von der Bergburg aus aufgenommen, von „zu Hause“ aus. Das ist Lakou-mango. Für Mangos allerdings bleibt kein Platz. PLATZ ist das Problem. Hier kommen unsere Schüler her, die sonst keine Schule hätten. Und kein Geld. Viele haben auch kein Haus. Sie biwakieren im Freien, zB. rund um „unser“ Haus. Auf harten Steinböden. Wenn’s gut geht, auf einer Matratze. Und wenn es regnet, das kann heftig sein, verziehen sie sich. Ich weiss nicht wohin.

Wenn jemals wieder eine Regierung oder sogar ein Präsident besteht, müssten die zuerst Ordnung schaffen. Durch Zerstörung falsch gebauter Häuser, Wohnungen von Tausenden der Ärmsten.

Kein Platz für Gärten und Spielplätze. Näher der Stadt werden die Häuser bunt. Schönheit braucht keinen Platz. Anmut der Farben oder Farben der Armut? Heisst „farbenfroh“ fröhlich und freundlich?

Jalousie

Todfröhlich, eine Wortschöpfung. Monsieur Martelli, Präsident als es noch einen solchen gab, hätte die Farbe gestiftet. Viel Rot und wenig Grün, und Anderes. So nahm man die Probleme „in Angriff“. Wohl in der Meinung, es gäbe dadurch Touristen. Aber die gibt es nicht mehr. Mit oder ohne Präsident …

Und doch: Farben, Klänge, Lieder, Klatschen, Gesänge und sogar Tänze, wenn Räume Platz bieten. Alles ist voll Klang und Puls, das hilft den Hunger zu vergessen

Für Gärten selten Platz. Trotzdem haben es einige versucht:

Gärten1

Im Bild links sieht man an der Strasse einige Gärtchen innerhalb der Mauern, dasselbe unten im Bild hinter unserem Schulhaus im Gelände eines Wohlbetuchten, aber die sind HIER selten.

Bild rechts zeigt einen kleinen „Ziergarten“, wie sie Im Innern einiger Häuser üblich sind. Eine Giesskanne ist gleich vormontiert für den Fall dass es regnet. Der Regen wird gesammelt und über den Ausguss „automatisch“ verteilt.

Im Bildpaar unten links nochmals ein „Ziergarten“, rechts unten ein Nutzgarten mit Mango- und Bananenbaum sowie einem Beerenstrauch vor gelbem Haus, dahinter eine Baustelle, innerhalb der Mauern bereits ein Bananenbaum für die Zukunft. An die muss man glauben. Wir wünschen viel Glück!

Gärten2

Lesen und Schreiben ist immer noch besser, das lernen die Kinder wenigstens richtig!  

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